Was macht der Hirsch im Keller?

Vierzehnender Geweih

Das ist schon seltsam. Früher fand ich solche Trophäen in den Häusern von eingefleischten Jägern oft unheimlich und ganz und gar nicht schön. Nur an Jagdhütten und Blockhäusern fand ich sie passend und dekorativ. Meine Einstellung hat sich nicht nur aufgrund der Jägermeister-Werbung im Laufe der vergangenen Jahre ein wenig geändert. In der letzten Zeit konnte ich beobachten, dass sich die Geweihe auch im Bereich der Wohndeko eingeschlichen haben. Mein Mann bekam kürzlich von einem Bekannten dieses mächtige Hirschgeweih geschenkt. Der Bekannte konnte dieses Erbstück aus Platzgründen nicht mehr behalten. Laut seiner mündlichen Überlieferung hatte sein Großvater das Tier angeblich vor ca. 50 Jahren in den Karpaten zur Strecke gebracht. Nachdem das Hirschgeweih 6 Umzüge mitgemacht hat, sollte es nun genug gewesen sein, weshalb er uns das Geweih überließ. Gleichzeitig überließ er uns damit aber auch eine Frage: „Wohin damit?“ Dazu haben wir das Monstrum erstmal vermessen und gewogen. Dann folgte ein Rundgang durchs Haus. So fanden wir für den 14-Ender einen guten Platz im Keller, wo es nun den Treppenaufgang bewacht und jeden freundlich gesonnenen Besucher begrüßt. Das schicke Riesenteil hätte uns in den Wohnräumen sehr viel Platz geraubt und wäre dort zu dominant in Erscheinung getreten. Aber mit seinem Gewicht von 7,5 kg, einer Spannweite von 80 cm und einer Ausladung nach vorn von ca. 70 cm hat er jetzt einen tollen Job als Kellerwächter gefunden. Erstaunlich, wie alles immer wieder seinen Platz findet.

(373 Besuche, 1 davon heute)

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