Eine übel riechende Gesellin

Am Samstag bin schon vor dem Frühstück in den Garten gegangen. Es war noch nicht so heiß und ich kam mit der Gartenarbeit gut voran. In einem der Hochbeete brachte ich den Buchs in Form, zupfte Unkraut und Verblühtes und schnitt den Efeu kräftig zurück. Beim Zupfen und Kratzen in den Beeten nahm ich ab und zu einem ekligen Geruch war, den ich mit Nachbars Mülltonne in Verbindung brachte. Mein Sohn kam auf die Terrasse, um mich zum Frühstück zu holen, als er plötzlich auf das untere Ende der Kräuterspirale starrte und und nach meinem Mann rief. „Eine Schlange, Papa, komm schnell, hier ist eine große Schlange!“. Nach seinen Schilderungen zeigte sie sich in voller Länge, bewegte sich am Hochbeet entlang, die Rampe hinauf, in meine Richtung und verschwand in einem Loch der Trockenmauer. Die ganze Zeit nicht wagend meinen Standort zu wechseln, nur den Beschreibungen meiner Männer zuhörend, lief mir nun ein Schauer über den Rücken. Die über einen Meter lange Ringelnatter hatte ich leider nicht gesehen, ahnte jedoch, dass ich ihr anscheinend recht nah gekommen sein muss, (vielleicht unter dem dichten Efeu) denn Ringelnattern stellen sich bei Gefahr tot und stoßen ein übel riechendes Sekret aus. Sie sind sonst jedoch ungefährlich und scheu.

Ringelnatter (Quelle: Wikipedia)
(Bildquelle: Wikipedia)
(164 Besuche, 1 davon heute)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.